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Die im Titel genannte Künstlerin ist besser bekannt unter ihrem Namen Niki de Saint Phalle. Sie wurde 1930 in Neuilly-sur-Seine geboren und entstammt einem alten französischen Adelsgeschlecht. Ab ihrem dritten Lebensjahr wuchs sie in der USA auf und arbeitete dort später als Mannequin für Vogue und Harper´s Bazar. Zusammen mit ihrem ersten Mann, einem Schriftsteller, war sie am Ende der 40er Jahre Teil der NewYorker Bourgeoisie. Später bekommen sie zwei Kinder und lassen sich in Europa nieder. Für sich selbst hat Niki de Saint Phalle bereits damals schon gemalt. In Barcelona wird sie durch die Kunst von Antoni Gaudi beeinflusst. Am besten lässt sich dies an dem von ihr gestalteten Tarot-Garten in der Toskana ablesen.
Im Jahr 1956 hat sie ihre erste Gemäldeausstellung in St. Gallen in der Schweiz. Ab 1952 lebt sie dann wieder in Frankreich und es entstehen ihre Schuss-Bilder als moderne Kunst. Sie setzt ein Zeichen mit diesen Akten der Gewalt, sie sollen auf die Missstände innerhalb der Gesellschaft hinweisen. Insbesondere auf die Erfahrungen der Frauen, Niki de Saint Phalle wurde wohl von ihrem eigenen Vater missbraucht …
Ab 1960 arbeitet sie mit dem Bildhauer Jean Tinguely zusammen, der auch ihr zweiter Ehemann wird. Sie nimmt mit anderen Künstlern für moderne Kunst an der Konzert-Performance “Variations II” in der Amerikanischen Botschaft in Paris teil. So wird sie bereits im Jahr 1964 international bekannt mit moderner Kunst. Nun entstehen die Nana-Skulpturen, üppige Kunststoff-Kunstwerke in bunten Farben, meistens Frauen aber auch Paare. In den Jahren von 1965-1970 hat sie zahlreiche Ausstellungen, unter anderem in New York und Paris. Für das Moderna Museet in Stockholm schafft sie zusammen mit Jean Tinguely und Per Olof Ultvedt eine riesige, liegende und schwangere Nana.
1967 entwirft sie zusammen mit Tinguely für die Expo, die Weltmesse für moderne Kunst in Montreal, eine Gruppe von neun Skulpturen und erreicht somit einen noch größeren Bekanntheitsgrad. In Südfrankreich erhält sich dadurch ihr erstes Architekturprojekt: den Bau von drei Pavillons. In Ulm, in der Universitätsstadt in Süddeutschland, steht seit 1980 eine Großplastik auf dem Oberen Eselsberg “le poete et la muse”. Dies bedeutet der Dichter und die Muse, manche Figuren sind von ihr beabsichtigt an der Grenze des Kitsches geschaffen. Darüber hinaus befinden sich in Ulm auch noch “Adam und Eva” im öffentlichen Raum, sowie ein früheres Werk “Boule rouge Anne”. Auch im Stadtzentrum von Hannover befinden sich drei große Nanas. Ab 1972 schreibt sie auch und dreht mehrere Filme, unter anderem “Daddy”. Darüber hinaus entstanden zahlreiche Siebdrucke und Lithografien, aber auch einige Bilder in Mischtechnik.
Ihre künstlerische Partnerschaft mit Jean Tinguely hielt länger als die 1971 mit ihm geschlossene Ehe. Beinahe zwanzig Jahre lang ist sie mit dem Bau des Tarot-Gartens in der Toskana beschäftigt. Die Eisenkonstruktionen sind mit Zement überzogen und mit einem Mosaik aus Glas, Keramik und Spiegeln beklebt. Die zweiundzwanzig Skulpturen entstammen dem Tarot des Arcana Maiora und sind zum Teil begehbar. Während der Bauzeit hat Niki de Saint Phalle sogar in der großen Mutter gewohnt. Der Garten gilt als ihr Lebenswerk, dem sie die Jahre von 1979 – 1996 widmete. Auch hier gibt es eine Gemeinschaftsarbeit mit Jean Tinguely, eine seiner Kunst-Maschinen steht hier.
In den achtziger Jahren hat sie eine Retrospektive für moderne Kunst im Centre Pompidou in Paris und entwirft zusammen mit Tinguely den Strawinsky-Brunnen. Daraufhin erfolgt ein Auftrag von Francois Mitterand, der Bau eines Brunnens auf dem Rathausplatz von Chateau-Chinon.
Sogar in Kalifornien an der Universität von San Diego erschafft sie eine Monumentalskulptur, ihren Sun God. Dort setzt sie sich für den Kampf gegen Aids ein und schreibt am Buch “Aids – you can´t catch it holding hands” mit und erstellt die Illustrationen.